Mühlenroute auf Tholen
Sint-Annaland, Stavenisse, Scherpenisse
Dass es so viele Mühlen auf Tholen gibt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klugen Kombination aus Landschaft, Wirtschaft und Notwendigkeit. Die Insel war jahrhundertelang vollständig abhängig von Mühlen um das Leben am Laufen zu halten. Genau wie die Mühlen selbst!
Tholen war von jeher eine ausgeprägt landwirtschaftliche Insel. Bauern bauten große Mengen Getreide an (Weizen, Gerste, Roggen), aber ohne moderne Maschinen musste dieses Getreide irgendwo gemahlen werden. Da kamen die Getreidemühlen ins Spiel. Fast jedes Dorf hatte eine, manchmal sogar mehrere, sodass Bauern nicht weit mit ihrer Ernte reisen mussten. Weil Tholen offen, flach und von Wasser umgeben ist, weht dort außerdem fast immer Wind. Also ideale Bedingungen für Windmühlen.
Die meisten Mühlen auf Tholen dienten als Getreidemühle: sie mahlten Getreide zu Mehl für Brot, Brei und Viehfutter. Das klingt einfach, aber ohne Mehl kein Brot, und ohne Brot kein Dorf. Der Müller hatte daher auch eine wichtige Position in der Gemeinschaft. Daneben gab es auch Poldermühlen (Wassermühlen), die genutzt wurden um Land trocken zu halten. Tholen besteht größtenteils aus Poldern die tiefer liegen als das umliegende Wasser, also würden ohne Mühlen große Teile der Insel unter Wasser stehen. Mühlen sorgten hier buchstäblich für bewohnbares Land.
Im 18. und 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung und damit auch die Nachfrage nach Mehl. Das führte zu Konkurrenz zwischen Dörfern und Müllern. Eine neue Mühle bedeutete wirtschaftliche Stärke und manchmal sogar Prestige. Dörfer wollten nicht abhängig sein von Nachbardörfern, also bauten sie ihre eigene Mühle. Das erklärt warum man heute auf Tholen relativ viele (ehemalige) Mühlen antrifft, oft dicht beieinander.
Ab dem 20. Jahrhundert übernahmen Dampf und Elektromotoren die Arbeit und viele Mühlen gerieten außer Betrieb. Dennoch sind auf Tholen auffallend viele Mühlen erhalten geblieben. Das liegt an rechtzeitigem Schutz als Reichsdenkmal, lokaler Beteiligung und Restaurierungen. Heutzutage erzählen sie gemeinsam die Geschichte davon wie Menschen hier jahrhundertelang mit Wind und Wasser zusammenarbeiteten um leben, essen und Landwirtschaft betreiben zu können.
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