Fahrradroute entlang Küste und Ufer auf Tholen
Tholen, Stavenisse, Sint-Annaland
Wo Tholen heute eine große Insel bildet, bestand es bis ins 13. Jahrhundert aus fünf kleineren Inseln. Durch menschliches Eingreifen - Eindeichungen, Deiche und Abdämmungen - wuchsen diese Inseln allmählich zusammen. Der Kampf gegen das Wasser war jedoch nie weit entfernt. Besonders im 16. Jahrhundert hatte Tholen mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Mit neuen Eindeichungen wussten die Einwohner das Land immer wieder dem Meer abzuringen, auch wenn das oft nur vorübergehend war.
Während des Zweiten Weltkriegs kehrte das Wasser erneut zurück, diesmal absichtlich. Große Teile Zeelands, darunter Tholen, wurden als militärische Maßnahme überflutet. Das Unter Wasser Setzen des Landes sollte vorrückende Truppen behindern, hatte aber verheerende Folgen für die Landwirtschaft. Das salzige Meerwasser machte den Boden jahrelang unbrauchbar. Trotz heftiger Proteste von Bauern wurde die Inundation fortgesetzt. Im Oktober 1944 bombardierte die Royal Air Force die Deiche von Walcheren, wodurch anderswo in Zeeland erneut große Wassermassen freigesetzt wurden.
Kaum von diesem Kriegselend erholt wurde Zeeland 1953 von der Sturmflutkatastrophe getroffen. Besonders Stavenisse, an der Westseite von Tholen, wurde schwer getroffen. Über eine Länge von fast zwei Kilometern brachen die Deiche durch. In der Nacht vom 1. Februar verloren 156 Einwohner ihr Leben und zahllose Menschen wurden obdachlos. Diese Katastrophe bildete den direkten Anlass für die Deltawerke, die der ständigen Bedrohung durch das Meer ein Ende setzten. Zumindest vorerst. Ein steigender Meeresspiegel macht deutlich dass Wachsamkeit im tief liegenden Deltagebiet der Niederlande notwendig bleibt.
So wild wie die Vergangenheit von Tholen manchmal war, so ruhig und friedlich wirkt die Insel heute. Entlang des Wassers hält man sich angenehm auf und an verschiedenen Stellen sind sogar Strände zu finden. Stavenisse hat einen Strand hinter dem Hafen, Sint Maartensdijk einen kinderfreundlichen kleinen Strand von etwa 150 Metern Länge, und auch bei Sint Annaland liegt ein sauberer und zugänglicher Strand. Bleib dabei jedoch innerhalb der Absperrungen, denn die Strömung in der Oosterschelde kann tückisch sein.
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